Polkörperdiagnostik

Polkörperdiagnostik

Die Polkörperdiagnostik ist eine neue Methode zur indirekten genetischen Untersuchung von Eizellen im Rahmen einer IVF-Behandlung.

Welchen Nutzen bringt die Untersuchung?
Die Ursachen für das steigende Risiko von Fehlgeburten und embryonalen Chromosomenanomalien vor allem bei Frauen höheren Alters sind häufig Fehlverteilungen von Chromosomen während der Entwicklung und Befruchtung der Eizellen. Durch Untersuchung der Polkörper kann man indirekt Rückschlüsse daraus ziehen, ob bei dieser Eizelle das Risiko einer Anomalie der Chromosomenanzahl besteht.

Durch die Vorselektion erwartet man speziell bei der Rsikogruppe der älteren Patientinen eine höhere Implantations- und Schwangerschaftsrate.

Durchführung:
Ca. 2-3 Stunden nach Durchführung der ICSI wird die Hülle, die die Eizelle umgibt, eröffnet und das 1. Polkörperchen wird entnommen. Zur Eröffnung der die Eizelle umgebenden Hülle wird an der Universitäts-Frauenklinik Bonn ein neues, technisch sehr präzises Lasersystem eingesetzt.

Nach Entnahme kann in den Polkörperchen mittels einer Fluoreszenz in situ Hybridisierung (FISH) die Verteilung der Chromosomen 13, 16, 18, 21 und 22 untersucht werden. Diese Untersuchung wird am folgenden Tag ausgewertet. Sie ermöglicht den indirekten Rückschlüsse darauf, ob für die genannten Chromosomen in der jeweiligen Eizelle eine normale Verteilung oder eine Fehlverteilung vorliegt.

Gibt es Risiken?
Risiken dieser Untersuchung sind nicht bekannt. Die Polkörper sind nach den bisherigen Erkenntnissen für die weitere embryonale Entwicklung ohne Bedeutung.

Nachteilig ist, dass durch dieses Verfahren nur Rückschlüsse auf das mütterliche Erbmaterial möglich sind. Außerdem kann nur indirekt auf das in der Eizelle verbleibende Erbmaterial geschlossen werden. Die Analyse anderer genetischer Veränderungen ist nur bedingt möglich.

Entnahme eines Polkörperchens